Seiten

Montag, 31. Oktober 2022

SAMHAIN - FEST UNSERER AHNEN

Samhain ist das Fest für unserer Ahnen,
 der Verstorbenen, 
des ungeborenen Lebens,
 der Wesen aus anderen Welten, 
des Orakelns und des Jahreswechsels. 
Der Begriff Samhain bedeutet soviel wie „Ende des Sommers“. 
Das alte Jahr wird beendet und ein neues Jahr beginnt. 
Nur durch den Tod kann neues Leben entstehen 
und neues Lebens entsteht überall aus der Dunkelheit heraus 
und nicht aus dem Licht. 
Für unsere Vorfahren war die Dunkelheit dieser Zeit notwendig und wichtig,
 denn alles wurde aus der Dunkelheit heraus geboren. 
So steht gerade das Fest Samhain für den ewigen Kreislauf des Lebens. 
In der Natur wird es immer stiller und farbloser und es ist spürbar,
 dass Pflanzen und Tiere und alles Lebendige langsam an Kraft abnehmen
 und nach und nach sterben. 
So ist dieses Jahreskreisfest das Fest des Rückzugs, 
der Stille und der Dunkelheit.
 Für unsere Ahnen endete die Zeit, in der sie draußen Arbeiten verrichteten.
 So wie sich die Natur in diesen Tagen zurückzog, 
so zogen sich auch die Menschen in die Häuser zurück 
und begrüßten die Dunkelheit und die nahenden Wintermonate. 
Die Themen Sterben und Tod treten in den Vordergrund und sind,
 wie zu kaum einer anderen Jahreszeit, sichtbar, greifbar und spürbar. 
Jeden Tag wird die Dunkelheit größer, werden die Nebelfelder dicker,
 wird die Feuchtigkeit mehr und die Temperatur weniger. 
Die Tage werden immer kürzer 
und die vielfältigen Herbstfarben verblassen immer mehr.
 Es ist Zeit, uns in die warme Stube zurückzuziehen 
und nach Innen zu schauen. 
Das vergangene Jahr wird rückblickend betrachtet.
 Altes darf losgelassen werden und zugleich darf der Same, 
der im kommenden Jahr aufgehen soll 
und zur Wintersonnenwende geboren wird, gesät werden.
 Wir schöpfen unsere Kraft aus der Stille und aus der Besinnung
 der eigenen Wurzeln, indem wir unseren Ahnen gedenken,
 mit ihnen sprechen, sie um Rat fragen 
und auch ihren Segen und Schutz fürs kommende Jahr erbitten. 
Dieses Ahnenfest gewährte den Menschen einen Kontakt
 zu den Verstorbenen. 
Sie wurden wieder nach Hause eingeladen und bewirtet. 
Sie wurden befragt und man sprach sich mit ihnen aus. 
Es war ein Fest der Lebenden in Gemeinschaft mit ihren Verstorbenen.
 Dadurch entstand vielerorts der Glaube, 
dass in diesen dunklen Nächten Geister von Verstorbenen herumlaufen
 und Unruhe bringen.
 Aus diesem Gedankengut heraus hat sich das heute allseits bekannte
 Halloween entwickelt, wo sich die Lebenden selbst als Geister verkleiden
 und somit die bösen Geister vertrieben.
 Es gab auch einmal eine Zeit, 
wo arme Menschen in den Tagen vor dem Wintereinbruch 
von Haus zu Haus gingen und bettelten, 
weil sie einfach nicht genug zu Überleben für den Winter hatten. 
Wenn sie etwas bekamen, sprachen sie ein Gebet,
einen Spruch oder einen Segen als Dank für die hilfsbereiten Hausbesitzer.
 Auch wenn unsere Kinder heute von all dem nichts mehr wissen, 
auf irgendeine Weise halten sie doch die uralten Bräuche aufrecht. 
Heute könnt ihr bewusst an Eure Ahnen denken, 
sie vielleicht sogar mit einem Lieblingsessen bekochen,
 ihnen ein Licht aufstellen, damit sie heimfinden, 
oder euch besuchen können. 
Ihr könnt eure Großeltern und Urgroßeltern um Rat fragen,
 oder einfach mit ihnen plaudern. 
Wenn ihr mit einem verstorbenen Verwandten nicht im reinen seid, 
könnt ihr euch auch gedanklich mit ihm aussprechen.
 Verzeihen und vergeben ist ein wichtiger teil dieses Tages. 
Das Beenden der Verurteilung auch und vielleicht ein sanftes Hin-lauschen,
 was der Verstorbene jetzt – aus der höheren Sicht – zu Euch zu sagen hat. 
Ihr könnt heute das vergangene Jahr abschließen
 und die Dunkelheit begrüßen, 
aus der dann das Neue geboren werden kann. 
Ihr könnt überhaupt der Dunkelheit ihre Heiligkeit zurück geben 
und sie von all dem Negativen, was auf ihr lastet befreien.
 Und ihr könnt dem Thema Tod die Angst nehmen,
 indem ihr ihn als Teil des Lebens akzeptiert 
und in ihm die große Wandlung alles Lebendigen wieder erkennt. 
Ich wünsche allen einen wundervollen Tag –
 ich darf heute und morgen mit jeweils einer Frauengruppe
 das Fest feiern und zelebrieren.