Montag, 11. April 2011

Chamuel-Texte „Wirbel und Fokus UNS“ 09.04 2011

von hermodank
Die aktuelle Zeitqualität ist wie ein riesiger Wirbel,
der aus unzähligen kleinen Wirbeln besteht,
 und enorm beschleunigend auf alles wirkt, was geschieht.
Diese Wirbel haben die Funktion, uns sozusagen in die Zukunft zu drehen!
Sowohl in die des Planeten, als auch in unsere eigene Zukunft.
 Und diese Drehung geschieht nahezu auf allen Ebenen.
Sie wirbelt auch Zeitebenen auf, deshalb sehen wir seit einigen Tagen manchmal Dinge aus der Vergangenheit noch einmal ablaufen, sehr beschleunigt wie Filme vor dem inneren Auge oder in unseren Träumen.
Wenn wir genau hinschauen, werden wir erkennen, dass es nicht wirklich die Vergangenheit ist,
sondern gewissermaßen eine Mutation davon, und einzelne Motive sich mit der Gegenwart und der Zukunft bereits verbunden haben, mit überraschenden Ergebnissen…
es kann sogar sein, dass wir das Ergebnis von Wegen träumen, die wir nicht gegangen sind!
Und das geschieht, um die verschiedenen Zeiten Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft zu synchronisieren und in eine Spur zu bringen, damit wir endlich weiter gehen können.
Wobei “gehen” diese Art der Fortbewegung nicht so gut beschreibt…
 es müsste eigentlich heißen: damit wir vorwärts geschleudert werden können!
Bis Ende März war ich mir 100% sicher, dass im April mehrere große Katastrophen bevorstehen werden. Aktuell nehme ich dazu nur noch eine allgemeine Anspannung wahr, aber keine konkreten Ereignisse
 oder Zeitpunkte mehr.
Vorhersagen, ob etwas nun früher oder später eintrifft, sind insofern vielleicht gar nicht mehr sinnvoll,
 weil sie uns von unseren eigenen Prozessen ablenken.
Wann und wo etwas geschehen könnte, wird letztendlich immer weniger bedeutsam.
Was zu verlieren?
Die Frage die nach meiner Wahrnehmung dieser Zeitqualität am ehesten entspricht ist:
“Was haben wir eigentlich noch zu verlieren?”
 Und alle, deren Antwort lautet “Nichts!”, bitte ich noch einmal kurz innezuhalten, sich zu prüfen
und dem Klang des Wortes “Nichts” nach zu lauschen… ob da nicht noch irgendetwas sich meldet,
ein kleines Echo von z.B. Erwartungen, Versprechungen, Ansprüchen…
Wirklich Nichts?!
Ok, dann könnte es circa ab Mai wirklich losgehen mit neuen Projekten, auf neuen Wegen…
Denn der April funktioniert so ähnlich wie diese Drehscheibe, die es früher auf Volksfesten und Rummelplätzen gab, ich glaube sie hieß “Teufelsrad”…
und wem es gelang, bis zum Schluss einer Runde den Zentrifugalkräften zu trotzen und in der Mitte zu bleiben, der hatte sozusagen gewonnen… keinen Preis oder Pokal, aber er durfte sich für einen Moment als Sieger fühlen, nach dem Motto “Ich war dabei und habe es überstanden!”
Und die Drehscheibe April zu überstehen wird bedeuten
“Ich bin bereit für den Mai als Zukunft!”
Kurz gesagt, bedeutet das noch einmal Transformation hoch zwei, jeden Ballast und alles,
 was uns noch fest- oder zurückhalten könnte, in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Intervallen loszulassen, die Verbindungen zu alten, zu Ende gelebten Geschichten zu kappen.
 Auch Gefühle, Bedürfnisse und auf existentieller Ebene verankerte Muster können noch einmal abgefragt werden, zum Beispiel Sicherheit… zum Beispiel Bestätigung, Zugehörigkeit und Extrawürste aller Art… manche von uns werden vielleicht staunen, was nun alles nicht mehr gebraucht wird, denn diese Zeit ist nicht nur emotional anstrengend und nervenzehrend, sondern auch unbestechlich und gnadenlos ehrlich…
Deshalb ist es aktuell so wichtig, zu entschleunigen,
die Geschwindigkeit regelmäßig heraus zu nehmen und ins Zentrum des eigenen Lebens zu gehen,
 dort wo unser ureigenster Punkt ist, um den es geht, in unsere Mitte.
 Diesen Punkt immer wieder einzunehmen und durch diesen Fokus die erforderlichen Prioritäten neu zu setzen, ist unsere hauptsächliche Verantwortung für die nächsten Wochen.
 Mit Prioritäten neu setzen ist auch gemeint:
einfach so weiter machen wie bisher, geht nicht mehr…
tiefgreifende Veränderungen geschehen, Korrekturen und Zäsuren,
 manche auch weiterhin und zunehmend schmerzhaft.
Um diese Zeit als etwas freundlich-angenehm Beschwingtes zu erleben,
 braucht es schon Nerven aus Stahl oder sensationelle Affirmationsgaben…
oder einige Semester erfolgreich absolvierten Studiengang
 „ÜberLeben“ mit Intensivkursen wie “Fröhliche Alchemie –
wie man aus wirklich allem Gold machen kann” und “Zuckerbrot und Peitsche –
richtige Ernährung und körperliche Ertüchtigung im Aufstiegsprozess”.
Andererseits gilt:
Froh zu sein bedarf es wenig… und wenn gerade mal die F`s ausgegangen sind: roh zu sein natürlich auch…
Wechselnde Landschaften
Stellen wir uns vor:
wir laufen über die Landkarte unseres eigenen Lebens.
Manche Landschaften sind angenehm und erfreulich, fast wie im Urlaub,
 andere Gegenden sehen nach Arbeit und Herausforderung aus
und wieder andere nach zügiger Durchreise…
dieses Tableau von Landschaften verbindet sich nun miteinander zu einer Gesamt-Erfahrung…
und zwar mit vielen, vielen Facetten, Situationen, Übergängen, Stimmungen…
aber doch zu einer einzigen Erfahrung unseres persönlichen Lebens bis hierher.
Trennung, ob es uns gefällt oder nicht, geht nicht mehr…
deshalb werden wir auch die Abschnitte und Koordinaten gezeigt bekommen,
 die wir lieber ausgeblendet und vergessen hätten.
Der Sinn hinter dieser Verbindung unserer einzelnen Lebensstationen zu einer Reise ins Jetzt ist folgender:
 wir sollen mit geringstmöglichem Ballast und mit unserem größtmöglichen Potential bei uns ankommen…
 um die Aktivierung der physischen Lebenskraft auf der Körper-Geist-Ebene, von der in vorausgegangenen Texten schon mehrfach die Rede war, zu erleben.
Dies ist definitiv kein Versprechen auf Großartigkeit!
Der Blick, der in die Weite, zum Horizont schnellen will, zur nächsten Verheißung,
wird sofort zurückgenommen…, dorthin, wo wir sind.
Zur Prognose, dass ab Mai neue Wege und Projekte kommen können, möchte ich hinzufügen:
das habe ich so gehört und möchte es auch gerne glauben…
es kommen neue Schnittpunkte, an denen Synergien entstehen können…
allerdings sehe ich, ehrlich gesagt, weder Land, noch eine klare Horizontlinie…
weder bis Mai, noch bis zu irgendeinem anderen Zeitpunkt…
und mein Gefühl sagt mir, dass das so auch korrekt ist, und das nicht den meisten,
 sondern im Grunde allen so geht… einzelne Koordinaten: ja, vielleicht… Horizontlinie: nein. 
In einem Satz zusammengefasst:
Der Impuls zur Bewegung, zu dem, was wir uns unter Fortschritt vorstellen können,
kommt aus uns selbst, oder er kommt nicht!
Was haben wir also noch zu verlieren?
 Wen als Reaktion auf diese Frage ein tiefes Bedürfnis zu schweigen überkommt… der sollte dem unbedingt nachgeben… manchmal ist ein „Nichts“ noch zuviel und Schweigen auch eine Antwort.
Der Fokus UNS
Nun möchte ich hier noch ein kleines Geheimnis der Wort-Magie lüften:
 Es betrifft das Wort WIR und den Fokus, den es transportiert.
 Der Fokus von WIR ist wired/weird.
WIR ist ein Vexier-Wort.
 Einerseits ist es bekannt, aber gleichzeitig wie unerreichbar… wenn man glaubt, WIR erreicht zu haben, beginnt es sich schon wieder zu entziehen.
Mit WIR ist es wie mit dem Satz “Ich liebe Dich”… beides sind Mischungen aus Wunsch/Behauptung
und Versprechen/Verpflichtung.
 Beide sind absichtsvoll und meistens nicht ganz wahr… weil in ihnen die Enttäuschung eingeschlossen ist (egal, ob vergangene oder zukünftige Enttäuschung).
Beide sind tendenziell unfrei und indiskret.
Anders der Fokus UNS… das UNS ist unbekannt, aber jederzeit erreichbar!
 Es ist frei, auch frei von Enttäuschung, und es ist ausgesprochen diskret...
das UNS entspricht dem Satz “Ich fühle mich bereit, Dich zu lieben”,
oder “Jetzt liebe ich Dich, aber es wird vielleicht nicht immer so bleiben.
 Eines Tages werde ich Dich weniger oder sogar noch mehr lieben.”
Das UNS lässt etwas offen, deshalb kann es frei sein… und lebendig!
WIR bezeichnet also Mitgliedschaft und Bindung,
 UNS ist dagegen eher eine Art Lovestory…
 mit einem entscheidenden Nachteil:
wenn etwas sich verändert, wird man es merken... unmittelbar… und das ist tatsächlich so ziemlich
das Letzte, was die meisten wollen.
Herzlich
Hermodank

Der nächste Chamuel-Text wird frühestens im Mai erscheinen.

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