Montag, 3. Oktober 2011

Die Geschichte der Liebe

Stell dir vor, zu einer Zeit, als es noch keine Zeit gab und auch sonst nichts, gab es nur Gott.
Und Gott war die pure Liebe.
 Ein herrlicher Zustand!
Ich meine, die pure Liebe zu sein, das ist schon was.
Mehr geht nicht.
Das ist das Absolute!
 Aber irgendwann, aus heiterem Himmel, ganz plötzlich, begann Gott sich unwohl zu fühlen.
 Anfänglich hielt er dieses Gefühl für eine leichte Gemütsstörung, die er augenblicklich mit seiner Liebe heilte. Trotzdem gab es ihm zu denken.
„Wie kann die pure Liebe unter Gemütsschwankungen leiden?”
 Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Um der Angelegenheit auf den Grund zu gehen, verschrieb sich Gott mit sich selbst eine Gesprächstherapie. Er nahm die Sache sehr ernst.
 Verständlich.
 Da suhlt er sich tausende Millionen Jahre in der Gewissheit vollkommen zu sein und plötzlich kribbelt da etwas in der Bauchgegend herum und verursacht ein komisches Gefühl.
Das erschreckte ihn.
Gott blickte also leicht besorgt in sein Herz und erkannte, etwas irritiert, dass er eigentlich ewig bloß Selbstgespräche geführt hatte.
Nicht etwa, dass er an anfänglicher Schizophrenie litt.
Das will ich damit nicht behaupten.
 Schließlich können Selbstgespräche in Bezug auf Selbstanalyse durchaus Sinn machen.
Allerdings, wenn man nur Selbstgespräche führt, also ausschließlich mit sich selbst kommuniziert, äh, (räusper) das kann mit der Zeit sehr wohl zu gewissen Bewusstseinsstörungen führen.
Natürlich nicht bei Gott!
 Natürlich nicht!
Gott litt, so wie ich das sehe, ganz einfach an einer Art göttlicher Langeweile.
Und das kann man ihm nicht übel nehmen.
Er selbst jedoch würde sich eine derart profane Gefühlsregung nie eingestehen.
Na vielleicht lieg ich ja auch wirklich falsch.
Wie auch immer.
 Er hatte jedenfalls eine aufregende Erkenntnis.
Er begriff, dass er zwar die pure Liebe war, aber auch, dass er sich noch niemals als solche erfahren hatte!
Und zu wissen, was man ist, ohne es jemals erfahren zu haben, ist ein Wissen ohne Erfahrung.
Verstehst du?
Das ist so, als würde dir jemand erklären, dass du ein Mensch bist und du hast aber nie gelebt!
Woher sollst du dann wissen, wie es ist ein Mensch zu sein?
Eben.
 Und so machte sich in Gott stille Sehnsucht breit.
 Er begann sich danach zu sehnen die Liebe zu erfahren.
Ohne zu zögern berief er mit sich eine Sitzung ein und erklärte sich feierlich, dass er beschlossen hatte sich selbst kennen zu lernen!
Großartig!
Bei einem Glas Sprudelnektar wurde der Beschluss einstimmig angenommen.
 Dann verwandelte sich Gott in einen Projektmanager und ging enthusiastisch an die Arbeit.
Es gab viel zu tun.
Zuerst entwarf er ein Event-Konzept.
„Ohne Konzept”, sagte er sich, agiert man kopflos.”
 Das war einleuchtend.
So entstand, Schritt für Schritt, der gesamte Schöpfungsplan.
Also, da knie ich vor ihm, die Dekoration ist ein Meisterwerk für sich.
Was sich da alles dreht, leuchtet, blinkt, blüht, stürmt, keucht, zwitschert, brüllt, entsteht und wieder vergeht, mit sich und ineinander vernetzt ist, man kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Und selbst nach Jahrtausenden des Hinschauens und Beobachtens entdeckt man immer noch Details.
Schon deshalb bin ich ein absoluter Fan von ihm.
Aber das gehört nicht zum Thema.
Tolle Deko ist wichtig, sagt aber nichts über den Inhalt aus.
Dieser Inhalt, aus deiner Sicht der Kern der ganzen Geschichte, fehlte noch.
Richtig.
 Nämlich du.
Also wir, die Menschen.
So erschuf Gott zuerst einmal diesen wunderbaren Planeten Erde um uns eine unvergleichliche Heimat zu bieten.
 Es sollte an nichts fehlen.
Danach kam der erhebende Moment, wo er aus seiner absoluten Liebe, aus seiner Göttlichkeit heraus unzählige Wesen gebar.
 Seelen.
Ganz gerührt blickte er auf die schier unendliche Schar seiner erleuchteten Kinder,
die ihn wie frisch lackierte Hutschpferde angrinsten.
Gott war glücklich!
 „Nun, meine lieben Kinder”, sagte er liebevoll, „geht in die Welt und spielt das Spiel des Lebens,
damit ich mich durch euch erfahren kann.
 Lehrt mich, was es bedeutet, die pure Liebe zu sein!”
Die kleinen Seelen nickten zustimmend, verstanden aber überhaupt nicht, worauf er hinaus wollte.
Sie blickten sich ratlos an.
Eine übermütige, kecke meldete sich aufgeregt zu Wort: „Aber Vater, wie sollen wir das anstellen?
 Wir kennen nichts anderes als Liebe!
Wir sind doch du!”
Gott Vater kraulte anerkennend seinen 7 Tagebart.
 Die kleine Seele hatte Recht.
Verflixt.
 In seiner Euphorie hatte er völlig vergessen die Spielregeln zu erklären und erst recht die Handbücher für ein „erfolgreiches Leben” zu verteilen.
 Er lachte: „Setzt euch bitte.”
 Dann dimmte er sein Licht herunter, zauberte einen prachtvollen Sternenhimmel und manifestierte sich einen gemütlichen Ohrensessel unter den Hintern.
Die Stimmung war so wie sie typisch ist, wenn eine schöne Geschichte erzählt wird.
Herzerwärmend und geborgen.
Und dann begann er einfühlsam zu erklären.
 Den genauen Wortlaut weiß ich natürlich nicht, da müsste ich jetzt nachlesen.
Ich erlaube mir daher seine Rede sinngemäß in meine Sprache zu übersetzen.
 „Also, meine lieben Kleinen, zuerst einmal wird folgendes passieren.
Wenn ihr als Menschen inkarniert, werdet ihr eure Herkunft vergessen.
Ich meine, tief in eurem Innersten werdet ihr immer wissen, wer ihr seid.
Doch dieses Innerste wird euch erst zugänglich werden, wenn ihr eure Herzensenergie entsprechend lebt. Damit ihr das, als Menschen begreift, bestimme ich das Gesetz von Ursache und Wirkung.
Das bedeutet, nur wenn du dich entsprechend benimmst, wirst du entsprechende Erfahrungen machen.
Ok, wie weißt du aber, wann du dich entsprechend benimmst?
Ganz einfach, ich stecke dich in einen Körper.
Dieser Körper ist ein einziges Liebeskraftwerk und das Herz ist der Reaktor.
Und dieser Reaktor erzeugt pausenlos Liebesenergie.
Und klar, diese Liebesenergie möchte natürlich entsprechend genutzt werden.
Sich offenbaren.
Sie möchte aus den Augen strahlen!
 Mit den Ohren aufmerksam zuhören!
Mit den Händen liebevoll streicheln!
Mit der Stimme, über den Mund respektvoll sprechen!
Über die Nase angstfrei die Kraft des Lebens einatmen und eure Körper werden in einem Liebesakt miteinander verschmelzen können um die Liebe ekstatisch zu erfahren.
 Und jedes Mal, wenn genau das Gegenteil passiert, wenn du nicht umarmst sondern wegstößt,
wenn du jemanden beleidigst, kränkst und deine Augen verächtlich blicken,
wenn du gefühllos Zärtlichkeiten als körperliche Sportart betreibst,
wenn du hinhörst, aber nicht zuhörst,
 immer dann kann deine Liebesenergie nicht nach außen fließen und es entsteht ein Rückstau,
 der im Körper Blockaden verursacht und diese Blockaden können sich in Form von Krankheiten manifestieren.
Im schlimmsten Falle reicht der Rückstau bis zum Reaktor und dann entsteht ein Infarkt.
Das Gleiche passiert auch, wenn du nicht fähig bist Liebe anzunehmen!
Wenn du dich selbst herabsetzt und selbst verleugnest!
Wenn du deine Augen und Ohren verschließt!
Wenn du Zivilcourage vermissen lässt,
wenn du anderen nach dem Mund redest,
 wenn du dich der Angst ergibst.
Doch du wirst dich immer nach Liebe sehnen!
Nichts wird dir so wichtig sein wie sie und um keinen Verlust wirst du so tief trauern.
Und nichts anderes wird dich so grenzenlos erfüllen und glücklich machen.
Du musst nur bereit sein auf deine innere Stimme zu hören.
 Diese innere Stimme ist dein Gewissen.
 Deine Verbindung zu mir, dein Schutzengel.
Sie ist die Erinnerung, dass du göttlich bist.
Dass du niemals alleine bist.
 In deiner größten Verzweiflung nicht.
Denn ich habe dich nie verlassen.
Du bist immer begleitet und geführt.
Doch du hast den freien Willen!
Du kannst dich in jeder Sekunde frei entscheiden, welchen Weg du gehst.
Den Weg der Angst, oder den zu mir.
Du kannst mich verleugnen und ich werde dir nicht böse sein.
Du kannst das Gute in dir unterdrücken und ich werde geduldig sein.
Du kannst dein Herz verschließen und ich werde wissen, dass es nicht für immer ist.
Denn irgendwann werden dich deine Erfahrungen in deine Erleuchtung zurückführen.
Wie lange das auch immer dauern mag.
Für dich vielleicht Ewigkeiten, aber in Wahrheit nur eine Umarmung.
 Und dann kommst du zu mir zurück und du wirst mich mit deinen Erfahrungen beschenken.
 Und weil du als Mensch an der Liebe so oft verzweifelt bist, werde ich wissen wie es ist, die Liebe zu sein. Dann feiern wir das Fest deiner Heimkehr!
So, oder ungefähr so sprach Gott zu den kleinen Seelen, die gebannt an seinen Lippen hingen “
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