Sonntag, 7. August 2016

VERLETZTER MANN

Moving Stillness09
die verletzung des mannes wo kommt sie her?
 wer hat das in ihm angerichtet, dass er sich nur mit dem spiel der macht zur wehr setzen kann… gegen sein herz. 
gegen dein herz.
 wo liegt der verrat in seinem leben und wer hat diese tiefen wunden in sein herz gerissen, dass es ihm nicht gelingt sich der liebe die sich ihm wieder aufs neue offenbart hinzugeben?
was treibt ihn hinein in diesen kalten ort, 
von wo aus seine worte alles was gerade erblühen wollte erfrieren lassen. wer hat ihn verraten an dem punkt wo er weich und offen war?
 und wie kommt es dass dies so tief in seinen zellen vibriert, 
dass es unmöglich ist liebe anzunehmen 
ohne sie dabei augenblicklich wieder zu zerstören?
und was geht wirklich in ihm vor wenn er handelt in dem wissen, 
dass dies nun ein schwertstoss in ihr herz sein wird. 
oder ist er in diesem moment machtlos vor der eigenen angst,
 ist er so unbewusst gefangen in der vergangenheit, 
dass es ihm den zugang nimmt sich selber wirklich zu spüren
 geschweige denn sein gegenüber?
woher kommt diese verletzung und wann haben wir dich gebrochen,
 dein herz.. lieber mann?
 wann waren wir kalt und berechnend und haben dich in deiner bedürftigkeit nach liebe abgelehnt und ausgelacht. 
wann war die zeit wo frau die rüstung nicht ablegen konnte 
und die offenheit des mannes belacht hatte. 
und wie schliessen wir all diese wunden, 
dass es aufhört der kreislauf der verletzungen?
lieber mann,
als ich dich in deiner liebe nicht ertragen konnte 
und du dich weich und verletzlich gezeigt hast, 
war mein wunsch nach dem “wahren starken mann” grösser… 
und ich habe dich verachtet in deiner “weiblichkeit”.
 denn ich fühlte mich beraubt endlich frau zu sein 
und in die arme eines starken mannes zu sinken 
und nicht in das tränenmeer eines verletzten wesens, 
der sich genauso nach liebe sehnte wie ich.
ich wurde hart und zerstörerisch und ich habe dir gesagt, 
dass ich dich so nicht lieben kann. 
doch du bist geblieben und meine ärger gegen dich hat sich gesteigert. deine flehenden blicke, deine bittenden worte, dein mich verherrlichen…. 
es war mir alles zuviel. 
und in mir ist eine wut entstanden.
 ich erinnere mich noch.. 
und du wurdest stiller und kleiner und ich wurde mächtiger und fassungsloser über deine schwachheit… mann.
ja so hab ich es gesehen und so hab ich dich bloß gestellt.
hab dich zerfetzt in deiner verletzlichkeit mit der hoffnung du würdest deinen mann stehen. 
was bleibt mir heute? 
als dir zu sagen…. ich wusste nicht was ich tat. 
was bleibt mir heute als anzuerkennen wo die ohnmacht herkommt 
die jetzt in deinem herzen schwingt. 
was bleibt mir anderes… als dich um vergebung zu bitten
 und dir zu sagen es tut mir leid. 
auch ich war schwach, auch ich war müde, auch ich war unfähig dich so anzunehmen wie du warst, denn auch ich hatte ein zerrüttetes fundament und eine vorstellung von mann und frau sein.
 ich war mir selber machtlos ausgeliefert und den neurotischen spuren die das leben in mir hinterlassen hatte.
es geht nicht darum, dass wenn ich anders gewesen wäre 
du noch bei mir wärst. 
doch ich möchte mich bei euch entschuldigen ihr männer.
 die ihr durch unsere worte und taten in eurer verletzlichkeit gekränkt worden seid. 
dass wir euch nicht zugestehen konnten, dass auch ihr in einer wandlung seid und verloren in den welten.
 ich bitte dich um vergebung,
 dass ich dich nicht seinlassen konnte wie du bist. 
dass ich dich klein gemacht habe und erniedrigt. 
dass ich dir vorgeworfen habe, was du alles nicht bist 
und dir vermittelt habe, dass du nicht gut genug bist für mich.
nun kannst du keine liebe mehr ertragen von frau. 
nun kannst du nicht mehr vertrauen 
und bist auf dem rachezug gegen die liebe. 
vielleicht können meine worte frieden bringen in dein herz und versöhnung. heute sehe ich auch meinen teil der geschichte und heute möchte ich licht in unser aller vergangenheit und verletztheit bringen. 
dass sich die ebene mann frau wieder ausbalancieren kann. 
dass wir unseren platz wieder finden ohne im spiel mit der macht unbewusste kämpfe zu kämpfen. 
bitte vergib mir.. wenn du kannst. 
auch ich vergebe dir.
 und ich vergebe mir.
 denn jetzt ist die zeit da… 
dem grossen raum zu geben, 
dem wahren und uns aus unserer verletztheit heraus zu befreien…. 
damit sich frieden ausbreiten darf.. in uns.. in unserer welt.
lieber mann. 
wenn du merkst du kannst dich wieder öffnen steh ich da.. 
reiche dir meine hände… und wir können versöhnt neue wege gehen.
 ich umarme in dieser zeit auch meine wunden… 
und tränke sie mit mitgefühl und verständnis.


amen
deine verena