Mittwoch, 5. Oktober 2016

Für die Begegnung mit der Dunkelheit

Der folgende Text befasst sich nun mit der Schwierigkeit, 
sich in den dunklen Momenten wirklich selber zu finden. 
Viele von uns sind von solchen Prozessen jetzt betroffen - 
ob wir wollen oder nicht - , aber nicht alle stehen jetzt am selben Punkt. 
Aber wenn es dich jetzt gerade auch betrifft,
 dann kann der folgende Abschnitt dir diese schwierige Sache ein wenig vereinfachen, und durchschaubarer machen. 
Mir begegnet es in letzter Zeit häufiger, dass Menschen meinen,
 wenn sie ins Dunkel geworfen werden
 so müssten sie möglichst schnell wieder ins Licht zurück. 
Sie leben fast in einer ständigen Angst davor,
 dass das Dunkel sie später wieder einholen könnte. 
Sie meinen, sich schützen zu sollen und zu können. 
Dieser Wunsch ist menschlich. 
Im Dunkel fühlen wir uns richtig eingeengt, umgeben von erschreckenden Dingen.
 Vielleicht bekommen wir auch kaum Luft und geraten sogar in Panik. 
Unsere erste Impulse sind dann: 
„Weg hier; 
Wo ist das was zu mir passt (mir gefällt, mich erlöst); 
Ich muss ins Licht, sonst übermannt mich hier irgendetwas
 (Unbestimmtes/schwer Benennbares), vor dem ich riesige Panik habe;
“ Diese instinktive Fluchttendenz zu erkennen, ist wichtig. 
Zunächst ist daran auch nichts verkehrt, 
so lange wir bereit sind, 
dahinter zu blicken. 
Problematisch wird die Geschichte,
 wenn diese Fluchttendenzen verkannt werden 
und fälschlicherweise zu einer „Was du tun sollst/musst“ -Regel erklärt werden. 
Nun, zunächst können dir Schutzmaßnahmen sicherlich wieder Boden unter den Füßen verschaffen, 
ABER das hält nicht an!
 Es bietet dir keine dauerhafte Lösung. 
Gerade jetzt bemerken viele schmerzlich, dass die Schulung oder Perfektionierung ihrer Versuche sich abzugrenzen, sie nicht mehr davor bewahren kann,
 dass die dennoch mit „Dunkelheit“ konfrontiert werden.
Worum es hier wirklich geht:
Du willst ins gefühlte Licht, weil du Angst hast, Enge und Beklemmung spürst.
 In solchen Momenten wird ganz deutlich, dass du dich nicht stark fühlst, 
sondern ganz schrecklich klein und ausgeliefert.
 Etwas Erschreckendes, welches du viel größer wähnst als dich selbst, 
bringt dich dazu, dass du dich fürchterlich fühlst, dich winzig fühlst und machst. 
Und dieses Gefühl hat sich längst in deinem Inneren breit gemacht – 
es ist nicht neu, es ist schon längst passiert. 
In irgendeiner Situation hat das so angefangen –
 und nun wiederholt es sich wieder einmal. 
Wenn du jetzt nicht mehr davon rennen kannst und willst,
 dann bleibe endlich stehen.
 Such dir kein Licht im Außen, nichts und niemanden, 
an den du dich klammern kannst
 (sonst bleibst du abhängig und klein, wirst nie begreifen, wer du wirklich bist). 
Bleib nun also stehen und erinnere dich wieder, wer du wirklich bist – 
WAS du wirklich bist –
 WÄHREND du dich klein und hilflos fühlst! 
Du hast vergessen, dass du das Licht in DIR trägst, dass DU die Liebe bist! 
Im dunklen Moment kannst du das aber nicht mehr spüren. 
Daher weite dich nun und atme! 
Wenn es Angst macht, dann weite dich. 
Es wird ziehen, dich zerren, dir weiter Angst machen – 
weite dich und atme weiter!
 Lass nicht mehr zu, 
dass man dich weiter einengen kann, 
das kannst DU entscheiden! 
Weite dich dort, wo du einst eingezwängt, eingedrückt, klein gemacht wurdest – sprich aus:
 „Jetzt ist Schluss damit!
 Bis hier hin und nicht weiter!“.
 Weite dich und mach dich stark für dich! 
Atme, dehne dich, auch wenn es zieht und schmerzt und weiche nicht! 
Langsam und allmählich wirst du dich wieder wirklich zu fühlen beginnen. 
Freilich, dabei ist Geduld gefragt und mancher kann das auch nicht ohne Hilfestellung von außen bewältigen.
 Du musst für dich herausfinden, ob du Hilfe benötigst! 
Wähle aber eine Hilfe, die dich unterstützt, diesen Prozess durchzustehen. 
Suche nicht nach einer Hilfe, die dich aus dem Loch schnell hinausziehen will – 
denn das wird dir nicht wirklich weiter helfen. 
Du wirst immer wieder dorthin zurückgezogen, wo du dich selber verloren hast
 und dein wahres Bewusstsein darüber, wer du dich bist.
 Du brauchst dich nicht dem Licht zuwenden, du brauchst dich nur auf dich,
 deine innere Kraftquelle zu besinnen. 
Werde dir fühlend wieder klar, 
dass du Licht bist, 
auch wenn du dich von jeder Menge Schatten 
umgeben meinst.
Du weißt, wer du wirklich bist, 
wenn du vollständig verankert in deinem Bewusstsein bist, 
dass DU das Licht bist und dass DU die Liebe bist
 und es vollkommen egal ist, welche schauerlichen Gruseligkeiten dich umgeben, dich irritieren wollen, dich ablenken oder umschmeißen. 

Arbeitest du gerne für dich und in deinem eigenen Tempo? 
Dann bieten dir meine Bücher gewiss einiges an Hilfestellung:
 http://eva-maria-eleni.blogspot.co.at/2012/09/meine-bucher.html 

Text und Bild (c) Eva-Maria Eleni